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Plattdeutschbeauftragter

Foto von Joachim Feldkamp

Ein „Plattdeutschbeauftragter“ für die Gemeinde Ostrhauderfehn -
oder: „Vörsörgen – Stön geven – Umsetten!“

Nachfolgenden Artikel finden Sie hier natürlich auch auf Plattdeutsch!

„Wat sall dat nu denn all weer?“, wird sich der eine oder andere fragen: „Wi proten doch elke dag Platt, de up d’Gemeent sööl’n sück beter um anner Saken kümmern, as um so wat!“
Auch für diesen sympatisch-skeptischen Personenkreis wird sich das Ehrenamt des Plattdeutschbeauftragten als nützlich erweisen, wie sich aus den anschließenden Ausführungen ergibt.

Die Aufgaben eines Plattdeutschbeauftragten lassen sich wie folgt umreißen:

a) Unterstützung des Projektes „Plattdütsk bi d’Arbeid“ (Vörsörgen).

Seit 10 Jahren gibt es bei der Ostfriesischen Landschaft den Arbeitskreis „Tweesprakig Gemeente“, der sich u. a. damit befasst, dass der Bürger, wenn er das Rathaus aufsucht, auch in der ihm vertrauten plattdeutschen Sprache sein Anliegen erledigen kann. Damit das auch in 10 oder 15 Jahren noch gewährleistet ist, muss schon heute darauf geachtet werden, dass auch dann noch eine ausreichende Zahl Mitarbeiter im Rathaus arbeitet, die Plattdeutsch verstehen und sprechen können. Das aufmerksame Verfolgen dieser Entwicklung und die Unterstützung von entsprechenden Planungen in den Gemeinden ist eine Aufgabe dieses Arbeitskreises, dessen Arbeit intensiviert werden soll. Zukünftig soll aus jeder Gemeinde und jedem Landkreis ein „Plattdeutschbeauftragter“ dem Arbeitskreis „Tweesprakig Gemeente“ angehören.

b) Für Fragen der Bürger zum Thema „Plattdeutsch“ als Ansprechpartner zur Verfügung stehen (Stön geven).

Die eine oder andere Frage zum Umgang mit der Muttersprache stellt sich oft unverhofft, und dann ist es gut, eine zentrale Anlaufstelle in der Gemeinde zu haben, die mit Rat und Tat zur Seite stehen kann und die entsprechenden Standardwerke (z.B. den „Buurman“) griffbereit hat.

c) Die Umsetzung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen vorantreiben (Umsetten).

Seit dem 1. Januar 1999 ist die „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in Kraft. Diese Charta erkennt u. a. das Niederdeutsche bzw. Plattdeutsche auf europäischer Ebene als erhaltenswerte Regionalsprache an. Die niedersächsische Landesregierung hat sich verpflichtet, im Rahmen des geltenden Rechts eine Reihe von Schutz- und Fördermaßnahmen u. a. zugunsten des Plattdeutschen vorzuhalten. Die Verpflichtungen für den Bereich der Verwaltungsbehörden sind im Artikel 10 der genannten Charta enthalten. Die Umsetzung dieser nun schon 10 Jahre alten Charta zu unterstützen und voranzutreiben, soll nach dem Wunsch der Ostfriesischen Landschaft eine weitere Aufgabe des „Plattdütskbeupdragten“ sein.

Die Ostfriesische Landschaft -Plattdütskbüro- trat im Juli 2008 an alle Behörden in Ostfriesland  heran und bat darum, eine Plattdeutsch- beauftragte / einen Plattdeutschbeauftragten zu benennen, wenn möglich aus dem festen Personal. Auch wurde um einen Organbeschluss gebeten, um den politischen Willen zu verdeutlichen.
Dieser Vorschlag fiel bei der Gemeinde Ostrhauderfehn auf fruchtbaren Boden, es wurden sozusagen „Open Dören inlopen“ (offene Türen eingerannt). Und so beschloss der Rat am 25. September 2008 einstimmig, dem Vorschlag der Verwaltung und der Empfehlung des Verwaltungsausschusses folgend, Joachim Feldkamp vom Hauptamt der Gemeinde mit dieser Aufgabe zu beauftragen.

Plattdeutschbeauftragter
Joachim Feldkamp
Hauptamt
Gemeinde Ostrhauderfehn
Hauptstr. 117
26842 Ostrhauderfehn

Telefon 04952/80540
Telefax 04952/805640
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